Impressum: Jörg Rosenthal
Dies ist meine kurze Zusammenfassung in eigenen Worten - über ein Thema, von dem bisher kaum berichtet wurde.
Diese Seite beruht auf Angaben, die ich der TV-Dokumentation Dritte Welt im Ausverkauf auf arte entnommen habe (Sendung vom 19. April 2011).
Land Grabbing Der Ausverkauf Afrikas an ausländische Investoren Seit einigen Jahren kaufen Investoren - aus bevölkerungsreichen Ländern - im Ausland landwirtschaftliche Flächen, insbesondere in Afrika.
Die Lebensmittelversorgung der wachsenden Weltbevölkerung verspricht insbesondere in den nächsten Jahrzehnten ein gutes Geschäft.
Afrikanische Länder sind geneigt große Ländereien zu verkaufen, leider ohne dass dies nachhaltig der eigenen Bevölkerung dienen würde.
Auf Madagaskar hatte man sogar Land für 99 Jahre an ausländische Investoren quasi verschenkt - ohne direkte Gegenleistung, lediglich für das vage Versprechen, dass evtl. Arbeitsplätze entstehen könnten.
Der ausländische Investor wird sich vermutlich in den Schlaf gelacht haben. Der Deal wurde glücklicherweise bei einem Sturz des Präsidenten nachträglich gecancelt.
Auf einen Verhaltenskodex für Investoren konnte man sich nicht einigen. Ein Investoren-Kodex könnte aber sowieso nicht die Verantwortung der Regierung gegenüber der eigenen Bevölkerung ersetzen. Die Kaufverträge sind aber nicht öffentlich einsehbar. Bisher hat aber wohl noch keine Regierung irgendwelche Sozialleistungen von den Investoren eingefordert, z.B. eine Mindestanzahl an Arbeitsplätzen, Exportbeschränkungen zugunsten der eigenen Versorgung, Beteiligung an Schulen, etc. Der Ansturm auf Land hat eine allgemeine Preissteigerung für Ländereien ausgelöst, nicht nur auf Kaufpreise, sondern auch auf die Pacht, was insbesondere für einheimische Bauern die Situation weiter verschlechtert. Ein allgemeiner Vorteil könnte sein, dass durch die Landwirtschafts-Investoren auch Ländereien bestellt werden, die bisher kaum genutzt wurden. Die intensiveren Anbauformen sind zudem effektiver/ertragreicher als wenn man nur kleine Felder traditionell von Hand beackert. Im Hinblick auf die Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung, ist dies nicht ausschließlich negativ. Leider wird dies jedoch zu einem Preis passieren, den nur die Reichen bezahlen können. Ein Problem könnte zudem sein, dass Investoren in Afrika gerne genmanipulierte Pflanzen und Tiere anbauen bzw. halten, weil es dort keine Lobby/Gesetze dagegen gibt. In Uruguay wird ein Großteil der Ernten exportiert, und muss bei Bedarf wieder importiert werden. Auf Dauer macht dies die Bevölkerung noch ärmer. Im Moment versorgen sich die meisten Familien in Afrika noch selbst. Dies werden sie jedoch nicht mehr können, wenn die Anbauflächen an ausländische Investoren verkauft wurden. Die Investoren rühmen sich damit, dass sie die Erzeugnisse auf dem Weltmarkt anbieten werden, d.h. wer mehr bezahlen kann, kriegt den Zuschlag - und das werden nicht die Einheimischen sein. Das Benutzen von eigenen oder frei nutzbaren Flächen (z.B. nicht umzäunte Flächen als kostenloses Weideland für Vieh) kostest die Einheimischen bisher nichts außer ihre eigene Arbeit. Werden die Flächen verkauft/verpachtet und umzäunt, müssen die Menschen ihre Lebensmittel demnächst einkaufen gehen. Dafür benötigt man Geld und dazu müsste man eine Arbeit aufnehmen, die es aber nicht für jeden gibt, denn neue Arbeit fällt auf den dann intensiv genutzten Flächen nur relativ wenig an. Die Investoren bringen schließlich auch Maschinen und Techniken ins Land, die es vorher dort nicht gab. Letztlich wird es nur wenige Leute geben, die bezahlte Arbeit finden - aber die fremden Investoren zahlen nur Hungerlöhne. Und die restlichen Menschen sind der für sie nutzbaren Flächen beraubt und stehen quasi vor dem Nichts. Somit verarmt letztlich die gesamt Landbevölkerung, egal ob mit oder ohne Arbeit. Vergessen darf man nicht, dass in Afrika 80% der Bevölkerung vom eigenen Anbau und eigenem Vieh leben - also nicht vergleichbar mit unseren Verhältnissen. Das Geld, welches die Investoren an den Staat gezahlt haben, dürfte innerhalb kürzester Zeit in Regierungskreisen aufgeteilt sind - der Großteil der Bevölkerung wird davon keinen Vorteil haben. Zu befürchten ist also, dass neben dem Ausverkauf des Landes auch zahllose hungernde Menschen übrig bleiben - während die angebauten Lebensmittel in reichere Länder exportiert werden. Sie können die Adresse dieser Internetseite www.joerg-rosenthal.de/info/land-grabbing/ z.B. per eMail an Freunde senden. Bei Fragen, Anmerkungen oder Korrekturen nehmen Sie bitte per eMail Kontakt zu mir auf. Vielen Dank! Links: arte-Video: Dritte Welt im Ausverkauf Wikipedia: Land Grabbing |